Wie aus zwei Fremden ein Paar wurde – eine Mammutmarsch-Liebesgeschichte

Die schönsten Geschichten beginnen selten mit einem großen Plan, sondern mit einem ersten Schritt. Das gilt sowohl für den Mammutmarsch als auch für die große Liebe – und noch besser: die große Liebe bei einem Mammutmarsch

Denn auch wenn man bei einem Mammutmarsch von Ausrüstung, über Verpflegung bis hin zum Gehtempo so einiges planen kann – was in den Stunden dazwischen passiert, und was aus ihnen entstehen kann – das ist (zum Glück) dem Schicksal überlassen.

Aber warum rede ich so viel von der Liebe? Wer es verpasst hat: Heute ist wieder der Tag aller Tage: Valentinstag! Blumen, Pralinen und Schmuck sind am heutigen Tag besonders hoch im Kurs. Wir machen es anders. Wir teilen mit euch eine romantische Liebesgeschichte, die mit Wanderschuhen begann und mit einem Zielbogen endete. Aber lassen wir Marco selbst erzählen.

Es begann ganz unspektakulär

Online. Mit einer Nachricht. Aldona suchte einen Wanderbuddy für die 30 Kilometer in Stuttgart. Ich dachte mir: „Wandern allein macht nicht so viel Spaß, gemeinsam klingt besser.“ Nach ein paar Nachrichten war klar: Wir machen das! Also meldete ich mich an – 30 Kilometer mit einer Frau, die ich vorher noch nie gesehen hatte.

Startkanal, letzte Gruppe – keine Zeit für Nervosität

Wir trafen uns direkt im Startkanal. Sie kam gerade von ihrer Volo-Schicht, ich auf den allerletzten Drücker. Ein kurzes Hallo, ein Lächeln – und dann ging es auch schon los.

Dreißig Kilometer mit jemandem, den man vorher nicht kannte. Natürlich hatte ich mir vorher den Kopf zerbrochen: Passt das Tempo? Passt die Stimmung? Passt das Ganze überhaupt? 

Die Antwort kam schneller als gedacht. Wir fanden unseren Rhythmus, passten das Tempo immer wieder aneinander an, warteten aufeinander und kamen ins Gespräch. Das Eis war schneller gebrochen, als ich erwartet hatte.

Der erste Moment, der hängen blieb

Mitten im Wald kamen wir an einem kleinen Spielplatz vorbei. Nichts Besonderes – dachte ich. Dann sah sie die Schaukel. Ihre Augen leuchteten, sie juchzte vor Begeisterung.

„Eine Schaukel! Ich habe seit Jahren nicht mehr geschaukelt. Kannst du bitte schnell ein kleines Video machen?“ Gesagt, getan. Und weiter ging’s. 

In diesem Moment dachte ich zum ersten Mal ganz klar: Wow. Was für eine Frau.

Kilometer sammeln – und Gespräche

Aldonda und ich redeten über alles Mögliche. Über Dinge, für die man wirklich brennt. In einem Park blieben wir an einer Infotafel über Eidechsen stehen und plötzlich war sie vollkommen in ihrem Element. „Ich kartographiere und siedle Eidechsen um – in meiner Freizeit.“

Wieder so ein Moment, der hängen blieb. Diese Begeisterung war ansteckender, als ich es vorher für möglich gehalten hätte.

Die ersten zehn Kilometer waren geschafft, die ersten gemeinsamen Fotos entstanden, der erste Verpflegungspunkt lag hinter uns. Irgendwo zwischen Schritten, Gesprächen und Pausen merkte ich, wie besonders es ist, neben jemandem zu laufen, der mit so viel Leidenschaft von den kleinen Dingen am Wegesrand erzählt.

Eispläne, Waffeln und das Gefühl, genau richtig zu sein

Irgendwann erzählte sie mir von einer kleinen Mammutmarsch-Gewohnheit: Auf jedem Marsch gönnt sie sich ein Eis. An diesem Abend blieb es leider bei der Idee – keine Eisdiele mehr offen, kein goldenes M in Sicht.

Stattdessen landeten wir an der Brauerei beim nächsten Verpflegungspunkt. Es gab frische Waffeln, Gespräche mit den Volos und dieses Gefühl, zur richtigen Zeit genau am richtigen Ort zu sein.

Danach kamen die ersten Treppen in der Stadt, gegenseitiges Pushen inklusive. Die Hasenbergsteige folgte, auch hier zogen wir uns gemeinsam nach oben. Die Beine wurden langsam schwerer, die Stimmung blieb leicht.

Dämmerung, Wald – und immer wieder dieses Funkeln

Es dämmerte, schließlich wurde es dunkel und im Wald tauchten plötzlich Fledermäuse auf. Wieder dieses Funkeln in ihren Augen. „Wenn man einen kleinen Stein in einem bestimmten Winkel hochwirft, denkt die Fledermaus, es ist ein Beutetier“, erklärte sie mir. Neben Eidechsen kartographiert sie übrigens auch Fledermäuse.

Kurz darauf hörten wir Waldkäuze rufen. Sie blieb stehen, hörte zu und strahlte – und ich wusste, dass genau solche Momente diesen Tag so besonders machten.

Falsch abgebogen – und trotzdem richtig

Kurz vor dem Ziel passierte es: Wir bogen falsch ab. Ein paar Kilometer extra, noch ein paar Treppen mehr. „Wir sind falsch. Wir müssen umkehren“, sagte sie.Ich schaute sie an und antwortete: „Komm, die zwei Kilometer mehr schaffen wir auch noch.“ Sie lächelte. „Du hast recht.“ 

Vielleicht wollten wir beide einfach noch nicht, dass dieser Tag endet.

Ziel, Stolz – und ein leises Bedauern

Im Ziel mischte sich alles: die Freude über die geschafften 30 Kilometer plus, Stolz, Erschöpfung – und dieses dumpfe Gefühl, dass unser gemeinsamer Tag nun vorbei war. 

Zum Glück war das aber nur der erste Tag von vielen, die noch folgen sollten. Denn was danach kam, begann genau dort – beim Mammutmarsch in Stuttgart. Und heute sind wir ein Paar.

Was diese Geschichte wirklich zeigt

Es ging nie darum, beim Mammutmarsch jemanden zu finden. Es ging darum, gemeinsam loszulaufen, offen zu sein für Gespräche, für Tempo, für Pausen – und für alles, was sich dazwischen entwickelt.

Nein, der Mammutmarsch ist keine Partnervermittlung. Aber er ist ein verdammt guter Ort, um Menschen kennenzulernen: Freunde, Trainingsbuddys, Gesprächspartner für lange Kilometer. Menschen, die bleiben, wenn es anstrengend wird und die dich motivieren, wenn du selbst kurz zweifelst.

Und ja – manchmal vielleicht auch die Liebe fürs Leben. 🦣❤️🦣

Deshalb sagen wir es immer wieder: Hab keine Scheu, dich allein anzumelden. Auf der Strecke bist du nie wirklich allein. Gespräche entstehen oft schneller, als man denkt – und manchmal genau dann, wenn man sie nicht erwartet.

Man weiß nie, was passiert.
Aber loslaufen lohnt sich immer.

Warte nicht auf den perfekten Moment.
Melde dich an und lauf los. 

Der Rest ergibt sich unterwegs. 

Und manchmal passieren eben auch Dinge, mit denen niemand gerechnet hat.

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