Vom Rollstuhl zur Ziellinie: Warum Maurice-André zeigt, dass es keine Ausreden gibt
Manchmal verändert ein einziger Moment alles.
Ein Fehler bei der Landung, ein harter Aufprall. Und plötzlich liegt Maurice-André am Boden und kann seine Beine nicht mehr bewegen. Diagnose: Querschnittslähmung.
Die Ärzte sagen ihm, dass er nie wieder laufen wird. Für viele Menschen wäre das der Moment, in dem ein ganzes Leben zusammenbricht.
Für Maurice-André ist es der Moment, in dem eine neue Mission beginnt. Sein Mantra seit diesem Tag: „Querschnittsgelähmt ist keine Ausrede.“
Der Moment, der alles verändert
Oktober 2020. Maurice-André ist Gleitschirmflieger und startet im Allgäu am Tegelberg zu einem ganz normalen Flug. Er ist erfahren, hat Spaß, fühlt sich sicher. Doch bei der Landung passiert ihm ein Fehler. Er kommt zu schnell herunter, schlägt hart auf dem Boden auf – und bricht sich einen Lendenwirbel. Als er am Boden liegt, kann er sich nicht mehr bewegen. Was er in diesem Moment noch nicht weiß: Dieser Bruch bedeutet eine Querschnittslähmung.
Sein Leben, wie er es kannte, endet in diesem Augenblick.
Drei Monate zwischen Hoffnung und Realität
Die ersten Monate nach dem Unfall verbringt Maurice-André in der Klinik. Und wie viele Menschen in einer solchen Situation reagiert er zunächst mit Verdrängung. „Natürlich laufe ich hier wieder raus“, sagt er sich. Doch je länger er sich nicht bewegen kann, desto stärker wird die Realität. Er wird in den Rollstuhl mobilisiert und muss lernen, wie man damit lebt.
Und plötzlich sind da Gefühle, die kaum auszuhalten sind:
- Angst
- Wut
- Schmerz
- Verzweiflung
Die Ärzte konzentrieren sich vor allem auf eines: sein zukünftiges Leben im Rollstuhl.
Sie schlagen ihm Optionen vor, damit er sich sportlich weiterhin ausleben kann: Rollstuhlsport, Handbike, Rollstuhlbasketball. Doch Maurice-André spürt tief in sich: Das ist nicht das Leben, das er führen will.
Der Moment der Entscheidung
Irgendwann trifft er eine Entscheidung: Das Leben im Rollstuhl ist für ihn Plan B, aber nicht Plan A. Denn der lautet: Ich will wieder laufen!
Selbst wenn es nur ein paar Meter sind.
Selbst wenn es nur ein einziger Moment ist.
Doch sein Traum wird größer: Einmal wieder über eine Ziellinie laufen.
Training gegen jede Wahrscheinlichkeit
Maurice-André beginnt jeden Tag zu trainieren. In der Reha nutzt er einen robotergestützten Gangtrainer namens Lokomat, der seine Beine bewegt. Am Anfang übernimmt die Maschine noch die komplette Bewegung, doch Maurice-André versucht immer wieder, aktiv mitzuarbeiten. Er spannt Muskeln an und zwingt seinen Körper, sich zu erinnern. Und Schritt für Schritt passiert etwas, das viele für unmöglich gehalten haben: Seine Muskeln reagieren wieder. Er macht erste Schritte auf dem Laufband, trainiert mit Orthesen, geht am Rollator und irgendwann sogar mit Krücken
Es ist noch kein normales Gangbild, sondern langsam, anstrengend und für den Alltag noch nicht ausreichend – aber es ist der Anfang von etwas Unglaublichem: Er läuft wieder.
Ein Ziel vor Augen
Während des Trainings trägt Maurice-André oft ein T-Shirt mit einer deutlichen Botschaft:
„Doctor’s diagnosis: Paralyzed – will never walk again.“
Ein Satz, der für viele wie ein Urteil klingt, doch für ihn ist er ein Antrieb. Denn wenn er irgendwann über eine Ziellinie laufen kann, wäre das für ihn das größte Wunder.
Drei Jahre später: Start bei der 24-Stunden-Challenge

Drei Jahre nach seinem Unfall steht Maurice-André plötzlich an einer Startlinie. Und nicht irgendwo, sondern bei unsrer 24-Stunden-Challenge in Duisburg. Die Teilnehmer laufen hier durch den ganzen Tag und durch die Nacht. Und Maurice-André ist mittendrin.
Als er unterwegs ist, passiert etwas, das viele Teilnehmer tief berührt. Immer wieder laufen Menschen an ihm vorbei, sehen ihn kämpfen – und beginnen zu lächeln. Denn viele denken genau das Gleiche: „Was ist eigentlich meine Ausrede?“
Wenn eine Geschichte Menschen bewegt
Maurice-André läuft nicht schnell, aber jeder einzelne Schritt erzählt eine Geschichte. Eine Geschichte über Mut, Willenskraft, Durchhaltevermögen und darüber, was möglich ist, wenn man nicht aufgibt.
Für viele Teilnehmer wird er an zur Inspiration. Denn beim Mammutmarsch geht es nicht allein um Kilometer, sondern vor allem darum, über sich hinauszuwachsen.
Warum Maurice-André ein echtes Mammut ist
Beim Mammutmarsch nennen wir Menschen „Mammut“, wenn sie über sich hinauswachsen.
Wenn sie weitermachen, obwohl es weh tut. Wenn sie zeigen, dass Grenzen oft nur im Kopf existieren.
Maurice-André verkörpert genau das.
Er hätte aufgeben und sich mit dem Rollstuhl abfinden können. Doch stattdessen hat er beschlossen, zu kämpfen – für jeden einzelnen Schritt. Und für den Moment, in dem er wieder über eine Ziellinie laufen konnte.
Eine Geschichte, die zeigt, was alles möglich ist
Am Ende bleibt vor allem eines: großer Respekt.
Vor dem Mut, nach einem solchen Schicksalsschlag nicht aufzugeben. Vor der Disziplin, jeden Tag weiterzutrainieren. Und vor der Entscheidung, sich nicht von einer Diagnose definieren zu lassen.
Maurice-André zeigt, was möglich ist, wenn man den Glauben an sich selbst nicht verliert.
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, dich selbst zu fragen: Wo liegt eigentlich meine eigene Ziellinie – und was hält mich noch davon ab, loszugehen? 🦣
Wenn du Maurice-Andrés Geschichte sehen möchtest – mit all den Momenten, Zweifeln und Erfolgen – dann schau dir unbedingt die Dokumentation an: