„Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich es schaffen kann“

Moin, ich bin Bianca. Ehrlich gesagt bin ich eigentlich eher die stille Mitleserin. Nicht unbedingt jemand, der gerne im Mittelpunkt steht. Aber diese Geschichte muss ich einfach teilen. Denn vor ein paar Tagen hätte ich selbst niemals geglaubt, dass ich einmal 55 Kilometer beim Mammutmarsch laufen würde.

Alles begann vor drei Jahren. Mein damaliger Mann entdeckte plötzlich seine Begeisterung für den Mammutmarsch. Und ich? Ich konnte das Ganze überhaupt nicht nachvollziehen. Wirklich gar nicht. „Warum bezahlt man Geld fürs Wandern?“. Trotzdem habe ich ihn unterstützt, so gut ich konnte.

Auch nach unserer Trennung blieb dieses Thema irgendwie immer präsent. Dieser Gedanke ließ mich einfach nicht mehr los: Wie fühlt sich das eigentlich an? Warum machen Menschen sowas freiwillig?

Am Anfang habe ich mir eingeredet, dass ich einfach nur verstehen wollte, was daran so besonders ist. Aber tief in mir wusste ich irgendwann: Darum geht es gar nicht. Ich wollte mir selbst etwas beweisen!

Der Wunsch, endlich an mich selbst zu glauben

Ich bewältige jeden Tag mit einer komplexen Erkrankung. Und wer schon lange mit gesundheitlichen Herausforderungen lebt, kennt dieses Gefühl vielleicht: Man traut sich selbst irgendwann immer weniger zu. Ängste werden lauter, Zweifel werden größer und irgendwann glaubt man fast selbst, dass man bestimmte Dinge einfach nicht schaffen kann. Genau da war ich lange.

Aber vor ein paar Monaten hat sich etwas verändert. Vielleicht war es Zufall, vielleicht auch Fügung oder vielleicht einfach der richtige Moment. Jedenfalls bin ich plötzlich in dieser Mammutmarsch-Welt gelandet. Und langsam entstand dieser Gedanke: Vielleicht kann ich das auch.

Zwischen Vorfreude und völliger Panik

Ich war auf dem Weg, ein „Mammut“ zu werden, aber bis zum Event war mein Kopf ein einziges Chaos aus Fragen und Sorgen:

Schaffe ich die Distanz überhaupt?
Was, wenn ich abbrechen muss?
Was, wenn mein Körper nicht mitmacht?
Was, wenn ich die anderen aufhalte?

Und dann waren da noch die Treppen. Ja, wirklich. Die Treppen hatten es geschafft, mein persönlicher Endgegner zu werden. 😅

Zwei Wochen vor dem Mammutmarsch habe ich bei einem Probelauf noch zu meiner Begleiterin gesagt: „Du musst mich da hochprügeln, ich werde das niemals schaffen.“ Spoiler: Musste sie nicht.

Der Moment, in dem plötzlich alles anders war

Als ich dann tatsächlich im Startkanal stand – mit der besten Begleitung, die ich mir hätte wünschen können – gab es kein Zurück mehr. 55 Kilometer lagen vor uns.

Ich dachte vorher wirklich, dass ich permanent Motivation brauchen würde. Dass ich kämpfen müsste, um nicht aufzugeben. Dass irgendwann dieser Punkt kommt, an dem alles nur noch weh tut und der Kopf dichtmacht. Aber wisst ihr, was passiert ist? Nichts davon.

Mit jedem Kilometer wurden die Sorgen leiser und mit jedem Schritt verschwanden die Zweifel ein kleines bisschen mehr. Die Zeit verging unfassbar schnell. Die Treppen? Kein Problem. Die Angst? Irgendwann einfach weg. Und statt ständig ans Aufgeben zu denken, wollte ich einfach nur weiterlaufen.

Dieser Tag war so viel mehr als „nur“ Wandern. Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass ich mich wirklich stark gefühlt habe.

55 Kilometer später: Ich bin ins Ziel gerannt

Nach 10 Stunden und 19 Minuten sind wir ins Ziel gerannt. Gerannt! Allein das fühlt sich immer noch komplett surreal an.

Dieser Zieleinlauf war emotionaler, als ich es jemals erwartet hätte. Nicht nur wegen der Strecke, sondern wegen allem, was davor in meinem Kopf passiert ist.

All die Jahre voller Zweifel.
All die Ängste.
All die Momente, in denen ich dachte, ich kann gewisse Dinge einfach nicht.

Und dann stehe ich da – nach 55 Kilometern – glücklich, stolz, überwältigt.

Warum Mammutmarsch für mich so viel mehr geworden ist

Ich verstehe jetzt endlich, warum Menschen den Mammutmarsch machen. Es geht nicht nur um Kilometer, Wandern und das Ziel. Es geht um das, was unterwegs mit dir passiert.

Um die Momente, in denen du über dich hinauswächst.
Um die Menschen, die dich auffangen.
Um diese besondere Stimmung unterwegs.
Und um das Gefühl, etwas geschafft zu haben, das vorher unmöglich wirkte.

Danke an alle, die diesen Tag besonders gemacht haben

Deshalb einfach von Herzen: Danke. An die Orga, Volunteers und all die Menschen entlang der Strecke. Und an die kleinen privaten Goldstücke, ohne die dieser Tag niemals derselbe gewesen wäre. Und natürlich auch an alle, die den Mut hatten, an den Start zu gehen. Denn ganz ehrlich? Allein das verdient schon Respekt.

Nun hoffe ich einfach auf ein Wiedersehen in der Herde, auf neue Herausforderungen, neue Erinnerungen und neue Momente, die einem niemand mehr nehmen kann.

Du willst selbst erleben, wie es sich anfühlt, über deine Grenzen hinauszuwachsen? Dann stell dich deiner eigenen Herausforderung und werde Teil der Herde.

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