Zwischen Wachstum und Werten – Tino über Winter, Wandel & den Mammutmarsch-Kern

Der Mammutmarsch wächst.
Mehr Städte, mehr Strecken, mehr Teilnehmer. Mehr Sichtbarkeit. Mehr Möglichkeiten.

Und genau hier beginnt die Frage, die sich viele stellen – manchmal laut, manchmal nur im Kopf:

Bleibt der Mammutmarsch dabei eigentlich noch er selbst?

Für Tino, Eventmanager bei Mammutmarsch, ist diese Frage kein Randthema. Sie ist Teil seines Jobs. Und sie ist Teil seiner persönlichen Mission.

Wachstum ist kein Selbstzweck

„Wir verändern viel. Die Events werden teilweise größer. Konzepte entwickeln sich weiter“, so Tino. Und ja – das gehört dazu. Stillstand war noch nie Teil der Mammutmarsch-DNA.

Aber Wachstum bedeutet für ihn nicht automatisch: schneller, lauter, austauschbarer.

Im Gegenteil.

Je größer ein Event wird, desto wichtiger wird die Frage nach dem Warum. Nach dem Kern. Nach dem, was bleiben muss, wenn alles andere in Bewegung gerät.

„Ich habe immer wieder im Fokus, dass das, was uns auszeichnet, nicht verloren geht.“

Denn Wachstum ohne Richtung ist leicht. Wachstum mit Haltung ist Arbeit.

Der Mammutmarsch-Kern: Warum Menschen wiederkommen

Was genau ist dieser Kern, von dem Tino spricht?

Es ist nicht nur die Strecke. Nicht nur die Kilometer. Nicht nur der Moment im Ziel.

Es ist das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das größer ist als man selbst – und gleichzeitig persönlich bleibt.

Ein Event, das fordert, aber auffängt.
Ein Abenteuer, das verbindet, statt zu vergleichen.

„Die Leute sollen das Gefühl haben: Klar, es verändert sich etwas – aber sie sind immer noch sie selbst geblieben und wissen, wofür sie stehen.“

Für die Community bedeutet das Vertrauen. Das Vertrauen, dass der Mammutmarsch nicht jedem Trend hinterherläuft. Dass Entscheidungen nicht beliebig getroffen werden. Dass Wachstum nicht heißt, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen.

Vertrauen entsteht nicht auf der Strecke – sondern davor

Vertrauen ist kein Marketing-Versprechen. Es entsteht nicht durch große Worte oder schicke Kampagnen. Es entsteht durch Konsequenz.

Und genau hier kommt Tinos Perspektive ins Spiel.

„Wenn wir diesen Kern verlieren, macht es für die Teilnehmer weniger Spaß – aber auch für uns selbst.“

Das ist ein wichtiger Punkt. Denn die Mammutmarsch-Werte sind kein Einbahnstraßen-Versprechen an die Community. Sie gelten nach innen genauso wie nach außen.

Der Spirit beginnt nicht am Startbogen.
Er beginnt im Kernteam.

Gemeinschaft ist kein Zufall

Tino beschreibt etwas, das viele Teilnehmer spüren, aber selten bewusst wahrnehmen:
Das Gemeinschaftsgefühl entsteht nicht zufällig. Es wird gelebt – vom ersten Meeting bis zum letzten Abbau.

„Dadurch, dass wir uns im Kernteam untereinander verstehen und größtenteils auch befreundet sind, übertragen wir dieses Gefühl weiter.“

Auf Helfer.
Auf Volunteers.
Und letztlich auf alle, die an der Startlinie stehen.

Das ist kein Zufall. Das ist Kulturarbeit. Und sie ist gerade in Wachstumsphasen entscheidend. Denn je größer ein Event wird, desto leichter geht Nähe verloren – wenn man sie nicht bewusst schützt.

Wachstum braucht klare Entscheidungen

Mammutmarsch: Eine Gruppe Frauen beim Start

Wachstum bringt Möglichkeiten. Aber auch Verantwortung.

Neue Strecken, neue Konzepte, neue Abläufe – all das muss nicht nur funktionieren, sondern sich auch richtig anfühlen. Für das Team. Für die Community. Für den Mammutmarsch als Ganzes.

„Wir schauen immer wieder: Passt das noch zu dem, wofür wir stehen?

Diese Frage wird nicht einmal gestellt – sie wird immer wieder gestellt.
Und manchmal lautet die Antwort auch: Nein.

Nicht jede Idee wird umgesetzt. Nicht jede Veränderung ist automatisch ein Fortschritt. Und genau das ist der Unterschied zwischen Entwicklung und Beliebigkeit.

Denn der Mammutmarsch funktioniert nur, solange die Menschen hinter den Kulissen selbst daran glauben. Solange sie stolz darauf sind. Solange sie wissen, warum sie das alles machen.

Warum „größer“ nicht automatisch „besser“ ist

Zwei Frauen überqueren Mammutmarsch-Zielbogen, im Vordergrund jubelnde Menschen, im Hintergrund ein aufblasbares Mammut

Der Mammutmarsch will wachsen – aber nicht um jeden Preis.

Es geht nicht darum, möglichst viele Menschen durch möglichst viele Kilometer zu schicken. Es geht darum, das Erlebnis zu bewahren, das Menschen dazu bringt, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Das Erlebnis, bei dem man fremden Menschen nachts auf der Strecke hilft.
Bei dem dich Menschen anfeuern, als würden sie dich persönlich kennen.
Bei dem du im Ziel nicht nur ankommst, sondern empfangen wirst.

Das alles ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen.

An die Community

Dieser Artikel ist kein Versprechen für Perfektion.
Aber er ist ein klares Bekenntnis.

Der Mammutmarsch wird sich weiterentwickeln. Dinge werden sich ändern. Events werden größer, Strukturen komplexer.

Aber der Kern bleibt.

Die Gemeinschaft.
Das Vertrauen.
Der Respekt vor der Herausforderung – und vor den Menschen, die sie annehmen.

Oder, wie Tino es zwischen den Zeilen sagt:
Wachstum darf vieles. Aber Beliebigkeit darf es nicht.

Und genau dafür wird im Winter gearbeitet. Still und konsequenter, als man vielleicht denkt.

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