Wanderschuhe vs. Trekkingschuhe: Was ist der Unterschied?
Wer zum ersten Mal vor dem Schuhregal für Outdoor-Abenteuer steht, ist vermutlich ein bisschen überfordert. Schnell stellt sich die Frage: Brauche ich Wanderschuhe oder Trekkingschuhe? Die Auswahl ist riesig, die Unterschiede wirken manchmal minimal – und trotzdem hat deine Kaufentscheidung große Auswirkungen darauf, wie sicher und bequem du unterwegs bist.
Der Unterschied liegt nicht nur im Namen: Wanderschuhe und Trekkingschuhe sind für unterschiedliche Anforderungen gemacht – je nach Gelände, Tourdauer, Gepäck und persönlicher Trittsicherheit. In diesem Beitrag erfährst du, worauf es wirklich ankommt, welche Schuhkategorie zu deinem Vorhaben passt – und warum die richtige Wahl dich wortwörtlich weiter bringt.
Was ist der Unterschied zwischen Wanderschuhen und Trekkingschuhen?
Wanderschuhe und Trekkingschuhe gehören zwar beide zur Familie der Outdoor-Schuhe, unterscheiden sich aber deutlich in Konstruktion, Belastbarkeit und Einsatzzweck:
- Wanderschuhe sind auf ein- bis zweitägige Touren in moderatem Gelände ausgelegt. Sie sind leichter, flexibler und bieten ein gutes Verhältnis aus Komfort und Stabilität.
- Trekkingschuhe sind die robustere Variante – gedacht für mehrtägige Touren, schweres Gepäck und anspruchsvolles Gelände. Sie stützen stärker, halten mehr aus, sind aber auch schwerer.
- Die Übergänge sind teils fließend: Manche halbhohen Wanderschuhe gehen in Richtung leichter Trekkingschuh, andere Trekkingschuhe sind fast schon Bergstiefel.
Wandern und Trekking: Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale im Überblick
| Merkmal | Wanderschuhe | Trekkingschuhe |
| Einsatzzweck | Tageswanderungen, Mittelgebirge | Mehrtagestouren, schweres Gepäck |
| Sohlenaufbau | Flexibel, gut gedämpft | Steifer, torsionsstabil, wenig Dämpfung |
| Gewicht | Leicht bis moderat | Deutlich schwerer |
| Schafthöhe | Halbhoch bis hoch | Meist hoch, sehr stabil |
| Profil | Standard- oder Leichtprofil | Grobstollig, trittfest |
| Materialien | Leder/Synthetik, meist atmungsaktiv | Häufig robuster, teils wasserdicht |
Ein Wort vorab: Warum viele beim Mammutmarsch Laufschuhe tragen
Auch wenn dieser Beitrag die Unterschiede zwischen Wander- und Trekkingschuhen erklärt: Bei unseren Events sieht man, dass die Mehrheit der Teilnehmer in Laufschuhen unterwegs ist. Das hat gute Gründe: Sie sind leicht, stark gedämpft und oft deutlich bequemer für lange Distanzen auf befestigten Wegen. Wer also vor allem Asphalt, Schotter oder Waldwege läuft, kommt mit Laufschuhen bestens zurecht – vorausgesetzt, sie sind gut eingelaufen und passen wirklich zum Fuß.
Trotzdem lohnt es sich, die Unterschiede zu Wanderschuhen und Trekkingschuhen zu kennen – denn je nach Strecke, Geländeprofil und persönlicher Trittsicherheit können diese die bessere Wahl sein.
Wanderschuh oder Trekkingschuh? So triffst du die richtige Wahl

Die technischen Unterschiede zwischen Wander- und Trekkingschuhen sind das eine – doch entscheidend ist, welcher Schuhtyp zu deiner konkreten Tour passt. Diese drei Faktoren helfen dir bei der Wahl:
1. Tourenart und Gelände sollten beim Kauf beachtet werden
Je nachdem, wo und wie lange du unterwegs bist, verändert sich das Anforderungsprofil an deinen Schuh:
- Flachland und Mittelgebirge: Leichte Wanderschuhe mit flexibler Sohle reichen meist völlig aus.
- Alpine Regionen, Geröll oder Matsch: Hier brauchst du Trekkingstiefel mit steifer Sohle, hohem Schaft und griffigem Profil.
- Gepäckmenge: Wer mit schwerem Rucksack unterwegs ist, braucht mehr Stabilität – also eher Trekkingschuhe.
- Dauer der Tour: Für Tageswanderungen genügt ein gut gedämpfter Wanderschuh. Bei Mehrtagestouren mit wechselnden Bedingungen ist ein robuster Trekkingschuh meist die bessere Wahl.
2. Stabilität sorgt für gute Trittsicherheit
Der nötige Halt hängt stark von deinem Körpergefühl und deinen bisherigen Erfahrungen ab:
- Seitenhalt: Trekkingschuhe geben spürbar mehr Halt im Knöchelbereich, sind aber auch weniger beweglich.
- Umknick-Risiko: Wer instabile Bänder hat oder zum Umknicken neigt, ist mit einem hohen und festen Schuh (also Trekkingschuh) besser beraten.
- Sicherheitsgefühl: Manche Wanderer fühlen sich in einem steifen Schuh sicherer – andere empfinden ihn als Einschränkung. Probiere im Zweifel beide Varianten.
Achtung: Selbst der stabilste Schuh schützt nicht komplett vor Überlastung. Tipps, wie du deine Fußmuskulatur stärken kannst, um Umknick-Risiken zu reduzieren, findest du in unserem Beitrag.
3. Komfort und Dämpfung solltest du bei deinem Schuhwerk nicht vernachlässigen
Nicht jeder Untergrund braucht maximale Dämpfung – aber jeder Fuß braucht Komfort:
- Dämpfung: Wanderschuhe sind oft weicher gefedert und angenehmer auf längeren, gleichmäßigen Wegen.
- Bodenkontakt: Wer lieber direkten Kontakt zum Untergrund spürt, ist mit der härteren Sohle eines Trekkingschuhs besser bedient – vorausgesetzt, sie passt zum Gelände.
- Fußermüdung: Eine schlechte Dämpfung oder fehlende Stabilität kann bei langen Touren zu vorzeitiger Ermüdung führen – auch das spricht für einen Trekkingschuh.
Wissenswert: Für deine erste längere Wanderung ist nicht nur der richtige Schuh entscheidend, sondern auch die Distanz. Was realistisch machbar ist, erfährst du im Beitrag Wandern für Anfänger.
Kategorien von Wander- und Trekkingschuhen
Wer sich intensiver mit Outdoor-Schuhen beschäftigt, stößt schnell auf die vom Hersteller Meindl eingeführte Kategorisierung (A–D). Sie hilft, je nach Einsatzgebiet den passenden Schuh zu finden – und klärt gleichzeitig, wo genau der Unterschied zwischen Wanderschuhen und Trekkingschuhen liegt.
Die wichtigsten Kategorien im Überblick:
| Kategorie | Typ | Einsatzgebiet |
| A | Leichte Hikingschuhe | Spaziergänge, flache Wege, Alltag, Reise |
| A/B | Leichte Wanderschuhe | einfache Wanderungen im Mittelgebirge, Wald- und Feldwege |
| B | Klassische Wanderschuhe | anspruchsvollere Tagestouren mit leichtem Gepäck, steiniges Gelände |
| B/C | Übergang zu Trekkingschuhen | mehrtägige Touren mit Rucksack, unbefestigte Wege, Geröll, erste alpine Pfade |
| C | Trekkingschuhe | Hochgebirge, lange Trekkingtouren mit schwerem Gepäck, schlechtes Wetter |
| D | Alpinstiefel / Steigeisenfest | Gletschertouren, Klettersteige, Expeditionen, wintertauglich, sehr steif |
Wanderschuhe bewegen sich in der Regel in den Kategorien A bis B, teilweise B/C. Trekkingschuhe hingegen beginnen ab B/C und reichen bis C – je nach Bauweise und Einsatzzweck. Der Übergang ist also fließend, aber die Kategorie liefert eine klare Orientierung: Je höher die Kategorie, desto steifer, robuster und alpin-tauglicher ist der Schuh – aber eben auch schwerer und weniger komfortabel für einfache Wege.
Achtung: Nicht jeder Hersteller verwendet die A–D-Kategorisierung, aber sie hat sich als Industriestandard durchgesetzt. Beim Schuhkauf lohnt es sich, gezielt nach der angegebenen Kategorie zu fragen – gerade wenn du unsicher bist, welches Modell zu deiner geplanten Tour passt.
Materialien und Konstruktion im Vergleich
Die Unterschiede zwischen Wander- und Trekkingschuhen betreffen nicht nur Stabilität und Einsatzzweck, sondern auch die verarbeiteten Materialien, die Sohlenkonstruktion und die Passform. Wer weiß, worauf es ankommt, spart sich Fehlkäufe – und Blasen.
Obermaterial der Schuhe: Leder vs. Synthetik
Wanderschuhe und Trekkingschuhe gibt es sowohl in Leder- als auch in Synthetikausführung – oft auch als Kombination.
- Leder: Robustes Glatt-, Nubuk- oder Veloursleder punktet durch lange Haltbarkeit und sehr guten Sitz, vor allem nach dem Einlaufen. Es schützt gut vor Nässe (bei entsprechender Pflege), ist aber schwerer und trocknet langsamer.
- Synthetik: Leichter, oft atmungsaktiver und schnelltrocknend. Ideal bei feuchtem Klima oder wechselhaftem Wetter. Dafür ist es meist weniger langlebig und weniger formstabil.
- Kombimodelle: Viele moderne Schuhe kombinieren Leder mit synthetischen Einsätzen – für eine gute Balance aus Halt, Gewicht und Atmungsaktivität.
Unser Tipp: Wer regelmäßig bei Nässe unterwegs ist oder auf mehrtägige Touren geht, profitiert meist mehr von einem gut gepflegten Lederschuh oder einem Synthetikmodell mit Gore-Tex-Membran.
Sohle und Profil je nach Aktivität
Die Sohle ist das zentrale Element jedes Outdoor-Schuhs – und je nach Schuhtyp sehr unterschiedlich aufgebaut.
- Wanderschuhe: Meist flexibler und leichter gedämpft, mit griffigem, aber nicht zu grobem Profil. Ideal für befestigte Wege.
- Trekkingschuhe: Steifer, robuster, oft mit Vibram- oder Continental-Sohle, die auch auf Geröll und nassem Untergrund gut greift.
- Gummimischung: Weiche Mischungen bieten mehr Grip, nutzen sich aber schneller ab. Harte Mischungen sind langlebiger, bieten aber weniger Haftung auf glattem Stein.
- Zwischensohle: Bei Trekkingschuhen oft so konstruiert, dass sie sich seitlich kaum verdrehen lässt. Diese erhöhte Stabilität – auch „verwindungssteif“ genannt – sorgt für besseren Halt auf unebenem Gelände und entlastet Füße und Gelenke, besonders unter schwerem Gepäck.
Die Sohlensteifigkeit ist bei Trekkingschuhen gewollt – sie reduziert die Belastung der Fußmuskulatur auf langen Touren mit Gepäck. Für leichte Tageswanderungen kann sie sich jedoch zu starr anfühlen.
Unser Tipp: Auch die passende Sockenwahl spielt eine große Rolle, wenn du Blasen vermeiden willst. Lies dazu mehr im Beitrag: Welche Socken zum Wandern?
Schaft & Knöchelschutz für dein Outdoor-Erlebnis
Die Schafthöhe beeinflusst direkt den Halt im Knöchelbereich – und den Schutz vor Nässe, Schmutz oder Geröll.
- Mid-Cut (halbhoch): Häufig bei Wanderschuhen. Bietet begrenzten Knöchelschutz, dafür mehr Beweglichkeit und Luftzirkulation.
- High-Cut (hoch): Typisch für Trekking-Schuhe. Gibt stabilen Halt, schützt effektiv vor dem Umknicken und vor äußeren Einflüssen.
- Schaftmaterial: Auch hier gilt: Je robuster und steifer, desto höher der Schutz – aber desto geringer auch die Bewegungsfreiheit.
Achtung: Ein hoher, aber schlecht sitzender Schaft bringt keinen Vorteil. Entscheidend ist, dass der Schuh eng am Knöchel anliegt, ohne zu drücken.
Passform & Leistenform der verschiedenen Modelle
Ein noch so hochwertiger Schuh nützt nichts, wenn er nicht zu deinem Fuß passt.
- Leistenform: Herrenmodelle sind oft schmaler im Vorfuß und breiter an der Ferse, bei Damen meist umgekehrt. Viele Marken bieten spezielle Damenleisten – diese sind kein Marketingtrick, sondern anatomisch sinnvoll.
- Fersenhalt: Muss fest sitzen – hier entstehen die meisten Blasen, wenn der Fuß rutscht.
- Zehenfreiheit: Nach vorne sollte etwa ein Fingerbreit Platz sein, besonders bei Abstiegen.
- Abrollverhalten: Wanderschuhe sind oft „runder“ geformt und fördern ein dynamischeres Gehen, Trekkingschuhe rollen steifer ab.
Unser Tipp: Schuhe immer nachmittags anprobieren – dann ist der Fuß leicht angeschwollen wie nach einigen Kilometern Wanderung. Unbedingt dicke Wandersocken mitbringen. Und: erst nach ca. 15 Minuten Gehzeit im Geschäft oder zuhause nachschnüren – erst dann zeigt sich die Passform wirklich.
Häufige Irrtümer beim Schuhkauf – und wie du sie vermeidest
Beim Kauf von Wander- oder Trekkingschuhen schleichen sich häufig Denkfehler ein, die später zu Frust, Blasen oder sogar Verletzungen führen. Diese Missverständnisse lassen sich mit ein wenig Hintergrundwissen leicht vermeiden.
„Ein Schuh für alles reicht“ – warum das selten stimmt
Viele versuchen, mit einem einzigen Paar Schuhe alle Touren abzudecken – von der Sonntagswanderung bis zur mehrtägigen Alpenüberquerung. Das Problem:
- Wanderschuhe sind meist zu leicht und zu instabil für schweres Gepäck oder alpines Gelände.
- Trekkingschuhe hingegen sind auf befestigten Wegen oft zu steif und überdimensioniert.
Fazit: Wer regelmäßig in unterschiedlichem Gelände unterwegs ist, fährt langfristig besser mit zwei passenden Paaren – oder einem hochwertigen Allround-Modell mit gezieltem Kompromiss.
Teurer = besser? Nicht immer – aber oft
Ein hoher Preis bedeutet nicht automatisch, dass ein Schuh perfekt zu dir passt. Aber: Bei hochwertigen Trekking- und Wanderschuhen zahlst du meist für durchdachtes Design, robuste Materialien und Langlebigkeit. Billigmodelle sparen oft an entscheidenden Stellen – etwa bei Sohlenhaftung, Nähten oder Fußbett – was sich spätestens bei längeren Touren bemerkbar macht.
Was zeichnet hochwertige Schuhe aus?
- Hochwertige Materialien wie echtes Nubukleder oder spezielle Membranen
- Langlebige Sohlen mit besserem Grip und Abriebverhalten
- Präzisere Verarbeitung, bessere Passform
Dennoch gilt: Ein teurer Schuh nützt nichts, wenn er nicht zu deinem Fuß oder deiner geplanten Tour passt. Umgekehrt kann ein günstiger Schuh für gelegentliche, leichte Touren völlig ausreichen.
Unser Tipp: Kaufe nicht nur nach Preis, sondern nach Passform, Verarbeitung und Einsatzzweck.
Auf die richtigen Socken kommt es (auch) an
Ein unterschätzter Faktor beim Schuhkauf ist die Socke – sie beeinflusst Komfort, Passform und Blasenrisiko.
- Wandersocken aus Merinowolle oder Funktionsmaterialien leiten Feuchtigkeit besser ab als Baumwolle.
- Die Polsterung an Ferse und Zehen reduziert Reibung.
- Dicke oder doppellagige Socken können bei zu weiten Schuhen den Halt verbessern.
Achtung: Schuhe nie mit Alltagssocken anprobieren – das verfälscht den Eindruck. Die gewohnten Wandersocken gehören zur Anprobe zwingend dazu.
Pflege, Haltbarkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis von Wander- und Trekkingschuhen
Ein guter Wander- oder Trekkingschuh kann dich viele Jahre begleiten – vorausgesetzt, du pflegst ihn richtig und wählst ein Modell, das zu deinem Einsatzprofil passt. Wer hier spart oder die Pflege vernachlässigt, merkt schnell, dass sich das rächt.
Pflege: Kleine Routine, große Wirkung
- Nach jeder Tour reinigen: Schmutz, Salzrückstände und Matsch setzen sich in den Nähten und Profilen fest und können das Material schädigen. Eine Bürste und lauwarmes Wasser reichen in den meisten Fällen.
- Leder fetten oder wachsen: Ein Lederschuh bleibt nur geschmeidig, wenn er regelmäßig imprägniert und gepflegt wird.
- Synthetik richtig schützen: Hier ist ein Spray sinnvoll, das die Membran nicht verklebt.
- Trocknen ohne Hitze: Direkte Sonneneinstrahlung oder Heizkörper sind Gift für Klebstoffe und Obermaterialien. Lieber Zeitungspapier und Raumtemperatur nutzen.
Haltbarkeit: Wann es Zeit für neue Schuhe ist
Auch die besten Schuhe haben eine begrenzte Lebensdauer. Ein grober Richtwert:
- 500 bis 1.000 km Laufleistung, je nach Gelände, Belastung und Pflege.
- Abgenutzte Sohlen ohne Profil oder mit gebrochener Zwischensohle sind ein klares Signal.
- Verlust der Dämpfung: Wenn sich der Schuh plötzlich hart und flach anfühlt, sind die Polster am Ende.
- Risse oder lose Nähte: Kleine Schäden können repariert werden, aber irgendwann lohnt der Aufwand nicht mehr.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Wann sich Qualität lohnt
Ein Paar günstige Wanderschuhe kann auf leichten Spazierwegen völlig ausreichen – doch wer öfter im Mittelgebirge oder in den Alpen unterwegs ist, sollte in hochwertige Schuhe investieren.
- Bessere Materialqualität sorgt für längere Lebensdauer und besseren Wetterschutz.
- Mehr Stabilität und Komfort bedeutet weniger Blasen und ein geringeres Verletzungsrisiko .
- Markenmodelle kosten oft mehr, bieten aber auch Ersatzteile (z. B. neue Sohlen) und längere Garantie.
Unser Tipp: Überlege dir vor dem Kauf, wie oft und in welchem Gelände du unterwegs bist. Ein gut gepflegter Markenschuh hält bei regelmäßigem Einsatz oft doppelt so lange wie ein günstiger No-Name-Schuh – und das rechnet sich auf Dauer.
Achtung: Abgenutzte Sohlen oder kaputte Nähte sind nicht nur ein optisches Problem. Sie können auch Blasen oder Verletzungen verursachen. Tipps, wie du Blasen an den Füßen vorbeugst und behandelst, findest du in unserem Beitrag.
Unser Tipp: Wanderschuhe oder Trekkingschuhe für deinen Mammutmarsch?

Die Schuhwahl gehört zu den wichtigsten Entscheidungen vor einem Mammutmarsch. Je nach Streckenlänge, Geländeprofil und deiner individuellen Fußkonstitution können sowohl Wanderschuhe als auch Trekkingschuhe sinnvoll sein – vorausgesetzt, sie sind gut eingelaufen.
Was sich in der Praxis bewährt hat:
- 30 bis 42 km: Für diese Distanzen greifen viele Teilnehmende zu Laufschuhen oder flexiblen Wanderschuhen (Kategorie A/B oder B). Sie sind leicht, bequem und ausreichend stabil für befestigte Wege und moderates Gelände.
- Ab 55 km oder bei vielen Höhenmetern: Mit zunehmender Strecke und steileren Passagen empfehlen sich robustere Trekkingschuhe (Kategorie B/C oder C). Sie bieten besseren Seitenhalt, schützen bei Ermüdung vor Umknicken und geben dir Sicherheit auf losem Untergrund.
- Wandersandalen: Zwar nicht für jede Strecke geeignet, aber Wandersandalen erfreuen sich wachsender Beliebtheit – vor allem bei sommerlichen Events auf gut begehbarem Terrain. Modelle mit robuster Sohle, Zehenschutz und sicherem Fersenhalt sind dabei essenziell. Wer damit gehen möchte, sollte sie unbedingt frühzeitig testen und einlaufen.
- Laufschuhe: Viele Teilnehmer kommen ganz bewusst in Laufschuhen zum Mammutmarsch. Sie sind leicht, gut gedämpft und bieten hohen Komfort auf befestigten Wegen. Wichtig ist, dass sie bereits ausgiebig eingelaufen wurden und du im Training getestet hast, wie deine Füße nach vielen Stunden darin reagieren.
- Straßenschuhe: Auch wenn wir es nicht empfehlen können, gibt es regelmäßig Teilnehmer, die in klassischen Straßenschuhen oder Turnschuhen starten. Für einen Mammutmarsch brauchst du Schuhe, die für Langstrecken konzipiert sind und dir Halt sowie Schutz bieten.
Wichtig: Neue Schuhe drei Tage vor dem Event zu kaufen, ist keine gute Idee. Selbst das beste Modell muss eingelaufen werden – idealerweise mit genau den Socken und Einlegesohlen, die du auch beim Marsch tragen willst. Teste dein Setup auf einer langen Trainingswanderung mit ähnlichem Höhenprofil.
FAQ – Häufige Fragen zum Unterschied zwischen Wanderschuhen und Trekking-Schuhen
Was ist der Unterschied zwischen Wanderschuhen und Trekkingschuhen?
Trekkingschuhe sind robuster gebaut, schwerer und für mehrtägige Trekking-Touren mit größerem Anspruch konzipiert. Wanderschuhe sind leichter, flexibler und für Wandertouren mit Tagesgepäck ideal.
Was ist der Unterschied zwischen Hiking- und Trekkingschuhen?
„Hiking“ ist ein Begriff aus dem Englischen und wird meist als Synonym für Wandern verwendet. Hiking-Schuhe entsprechen leichten Wanderschuhen, während Trekkingschuhe für anspruchsvollere Trekking-Touren gedacht sind.
Gibt es einen Unterschied zwischen Trekking- und Wanderschuhen bei Damen und Herren?
Ja, viele Hersteller nutzen geschlechtsspezifische Leistenformen. Damenmodelle sind oft schmaler geschnitten, besonders im Fersenbereich, um besseren Halt und Komfort zu bieten.
Kann ich Wanderschuhe auch für Trekkingtouren nutzen?
Das hängt von der Tour ab. Für kurze Wanderungen mit leichtem Rucksack sind Wanderschuhe oft ausreichend. Bei längeren Trekking-Touren, vor allem mit mehr Gepäck oder schwierigem Gelände, solltest du auf stabilere Trekkingschuhe setzen.
Wie wichtig ist das Einlaufen neuer Schuhe vor Wanderungen?
Extrem wichtig. Nur eingelaufene Wanderschuhe oder Trekkingschuhe bieten den Komfort und die Trittsicherheit, die du für lange Strecken brauchst. Starte nie mit komplett neuen Schuhen in eine Wanderung – besonders nicht bei einem Event wie dem Mammutmarsch.
Was ist der Unterschied zwischen Wander- und Trekkingschuhen und klassischen Bergschuhen?
Bergschuhe sind für hochalpine Touren konzipiert – oft mit steigeisenfesten Sohlen, erhöhter Steifigkeit und viel Schutz für extreme Bedingungen. Sie eignen sich weniger für klassische Wandertouren oder flachere Trekking-Touren, sondern eher für Klettern, Gletscherüberquerungen oder das Wandern in schwierigem, hochalpinem Gelände. Für normale Touren in den Bergen oder bei Mammutmärschen sind sie meist zu steif und zu schwer.
Fazit: Wanderschuh oder Trekkingschuh? Deine Tour entscheidet
Ob Wanderschuh oder Trekkingschuh – die eine pauschale Antwort gibt es nicht. Entscheidend ist, was zu deiner Tour, deinem Fuß und deinen persönlichen Anforderungen passt.
- Es gibt kein „besser“ oder „schlechter“, sondern nur passend oder unpassend.
- Lass Gelände, Wanderstrecke und deine Erfahrungen darüber entscheiden, welcher Schuh dich am besten unterstützt.
- Investiere in Qualität – und vor allem in gute Beratung und rechtzeitiges Einlaufen.
Wenn du dich sicher fühlst und deinem Schuhwerk vertraust, kannst du dich ganz auf das konzentrieren, worum es beim Wandern wirklich geht: die Bewegung in der Natur, das Erreichen eigener Ziele und die Freude an der Herausforderung – ob bei einem Mammutmarsch, einer entspannten Tagestour oder auf einer mehrtägigen Trekking-Tour in den Bergen.
Autorin: Lenita Behncke
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