Wandern im Schwarzwald: 5 Touren, die du erlebt haben solltest

Dichter Wald, ordentlich Höhenmeter und zwischendurch Aussichten, bei denen sich die Pause tatsächlich lohnt: Wandern im Schwarzwald kann so einiges. Und vor allem deutlich mehr als gemütliche Spaziergänge zwischen Tannen und Kuckucksuhren, was viele zunächst meinen.

In diesem Beitrag findest du kurze Touren, die du entspannt an einem Vormittag gehen kannst, aber auch Strecken, bei denen deine Beine irgendwann ziemlich deutlich nachfragen werden, was genau eigentlich dein Plan war.

Genau diese Mischung macht den Schwarzwald so spannend. Du kannst hier entspannt Kilometer sammeln, Höhenmeter trainieren oder dich direkt an eine mehrtägige Herausforderung wagen. Und falls du gerade für deinen nächsten Mammutmarsch trainierst: Einige dieser Touren sind ziemlich gute Trainingspartner.

1. Mummelsee-Hornisgrindepfad: kurz, aber nicht langweilig

Länge: ca. 6,7 km
Dauer: ca. 2:15 Stunden
Höhenmeter: ca. 272 m
Schwierigkeit: mittel

Du willst Schwarzwald, hast aber keinen kompletten Tag Zeit? Dann ist der Mummelsee-Hornisgrindepfad ein guter Einstieg.

Die Runde verbindet den bekannten Mummelsee mit der Hornisgrinde, dem höchsten Berg im Nordschwarzwald. Dabei geht es durch Wald, über Bohlenwege im Hochmoor und natürlich auch bergauf. Knapp sieben Kilometer klingen erst einmal überschaubar – die Höhenmeter sorgen aber dafür, dass die Runde trotzdem nicht komplett nebenbei passiert.

Unser Tipp: Geh die Tour nicht auf Geschwindigkeit, sondern nutze die Anstiege lieber bewusst, um deinen Rhythmus am Berg zu finden. Gerade beim Mammutmarsch ist genau das Gold wert: Nicht jeden Anstieg hochballern, sondern ein Tempo finden, das du lange halten kannst.

2. Feldbergsteig: einmal hoch aufs Dach des Schwarzwalds

Länge: ca. 12,5 km
Dauer: ca. 4:30 Stunden
Höhenmeter: ca. 500 m
Schwierigkeit: schwer

Wenn du im Schwarzwald wanderst, kommst du am Feldberg eigentlich kaum vorbei. Mit 1.493 Metern ist er der höchste Berg der Region – und der Feldbergsteig macht aus dem Gipfelbesuch eine richtig schöne Tagestour.

Der Weg führt über schmalere Pfade, durch das Naturschutzgebiet und hinunter Richtung Feldsee. Mit gut zwölf Kilometern ist die Distanz noch moderat, aber die Höhenmeter und das Gelände machen die Runde deutlich anspruchsvoller als eine klassische Waldwanderung.

Für die Mammutmarsch-Vorbereitung ist das eine gute Gelegenheit, bergauf und bergab zu trainieren. Denn 500 Höhenmeter spürst du anders als 15 flache Kilometer am Kanal – besonders am nächsten Morgen.

3. Belchensteig: 15 Kilometer mit ordentlich Höhenmetern

Länge: ca. 15 km
Dauer: ca. 6 Stunden
Höhenmeter: ca. 675 m
Schwierigkeit: schwer

Der Belchensteig ist etwas für Tage, an denen du nicht einfach nur spazieren gehen willst.

Auf rund 15 Kilometern sammelst du etwa 675 Höhenmeter und erreichst den 1.414 Meter hohen Belchengipfel. Bei guter Sicht reicht der Blick von dort über die Rheinebene und die Vogesen bis Richtung Schweizer Alpen. Der Weg selbst besteht zu großen Teilen aus naturnahen Wegen und Pfaden.

Das Entscheidende aus Mammutmarsch-Sicht sind aber gar nicht die Aussichten, sondern die Belastungswechsel: hoch, runter, wieder hoch. Genau dabei merkst du schnell, ob Schuhe, Socken und Rucksack wirklich so gut funktionieren, wie du dachtest.

4. Schluchtensteig: 119 Kilometer Schwarzwald ohne Langeweile

Länge: ca. 119 km
Etappen: 6
Höhenmeter: insgesamt rund 3.400 m
Schwierigkeit: anspruchsvoll

Du willst länger unterwegs sein? Dann kommt der Schluchtensteig ins Spiel.

Er führt von Stühlingen nach Wehr durch den Südschwarzwald und macht seinem Namen ziemlich schnell alle Ehre. Auf der Strecke warten unter anderem die Wutachschlucht, Wasserfälle, schmale Pfade, Höhenwege und immer wieder kräftige An- und Abstiege. Insgesamt verteilen sich knapp 119 Kilometer und rund 3.400 Höhenmeter auf sechs klassische Etappen.

Du musst natürlich nicht sofort alle sechs gehen. Einzelne Etappen funktionieren hervorragend als lange Trainingstour.

Und genau dabei wird es interessant: Auf 20 Kilometern über wechselnden Untergrund lernst du oft mehr über dein Wandersetup als auf fünf kurzen Runden vor der Haustür. Wo entstehen Druckstellen? Wie viel trinkst du wirklich? Was willst du nach vier Stunden noch essen? Solche Erkenntnisse sind spätestens beim Mammutmarsch ziemlich hilfreich.

5. Westweg: wenn aus einer Wanderung ein Projekt wird

Länge: rund 285 km
Etappen: etwa 12 bis 14
Start/Ziel: Pforzheim – Basel
Schwierigkeit: anspruchsvoll

Und dann wäre da natürlich noch der Klassiker. Der Westweg durchquert den Schwarzwald von Nord nach Süd. Rund 285 Kilometer, mehrere Tausend Höhenmeter und viele Tage hintereinander auf den Beinen: Hier geht es irgendwann nicht mehr nur um Kondition.

Denn eine lange Etappe zu schaffen ist eine Sache. Am nächsten Morgen aufzustehen und wieder 20 Kilometer loszugehen, eine andere.

Genau deshalb ist der Westweg auch für Langstreckenwanderer spannend. Du lernst, mit müden Beinen weiterzugehen, deinen Körper einzuschätzen und deine Kräfte nicht schon auf den ersten Kilometern zu verpulvern. Der Mammutmarsch-Blog hat dem Westweg deshalb bereits einen eigenen ausführlichen Guide gewidmet.

➡️ Hier findest du alle Etappen, Tipps und Infos zum Westweg im Schwarzwald.

Wandern im Schwarzwald: Welche Tour passt zu dir?

Du brauchst nicht sofort 119 oder 285 Kilometer einzuplanen, um beim Wandern im Schwarzwald auf deine Kosten zu kommen.

Wenn du gerade einsteigst, fang mit der Hornisgrinde an. Willst du Höhenmeter sammeln, nimm Feldberg oder Belchen. Suchst du eine lange Trainingstour, schnapp dir eine Etappe des Schluchtensteigs. Und wenn du Lust auf ein richtiges Projekt hast, steht der Westweg bereit.

Wichtig ist weniger, welche Zahl am Ende auf deiner Tracking-App steht. Interessanter ist, was unterwegs passiert: Wie fühlen sich deine Füße nach fünf Stunden an? Kommst du auch mit einem Tief klar? Hast du nach 20 Kilometern noch Lust weiterzugehen?

Denn genau da beginnt Langstreckenwandern.

Und wenn du irgendwann wissen willst, was passiert, wenn aus deiner Schwarzwald-Trainingstour 30, 42, 55, 75 oder sogar 100 Kilometer am Stück werden, dann gibt es nur einen Weg, das herauszufinden: Such dir deinen nächsten Mammutmarsch aus, schnür die Schuhe und stell dich an die Startlinie. Wir sehen uns unterwegs.

 

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