Wanderwege Fränkische Schweiz: 5 Touren zwischen Felsen, Burgen und Höhenmetern
Felsen, die plötzlich mitten aus dem Wald auftauchen. Kleine Flusstäler, Burgen auf ziemlich strategisch gewählten Hügeln und Wege, die gerade noch gemütlich am Wasser entlangführen und fünf Minuten später ordentlich nach oben ziehen: Wer nach abwechslungsreichen Wanderwegen in der Fränkischen Schweiz sucht, muss nicht lange suchen.
Die Region kommt auf mehr als 4.000 Kilometer markierte Wanderwege. Entsprechend groß ist die Auswahl – vom entspannten Spaziergang entlang der Wiesent bis zur mehrtägigen Tour mit ordentlich Kilometern in den Beinen. Und genau das macht die Fränkische Schweiz auch für uns Mammuts interessant. Du kannst hier eine entspannte Sonntagsrunde drehen, aber genauso gut Höhenmeter sammeln, deine Wanderschuhe auf längeren Strecken testen oder eine Tour ganz bewusst als Vorbereitung für deinen nächsten Mammutmarsch nutzen.
Wir haben fünf Wanderwege in der Fränkischen Schweiz herausgesucht, die unterschiedliche Seiten der Region zeigen.
1. Entlang der Wiesent: entspannter Einstieg bei Behringersmühle
6,9 km | ca. 1:25 Stunden | 33 Höhenmeter
Fangen wir gemütlich an. Die Tour von Behringersmühle entlang der Wiesent ist ideal, wenn du die Fränkische Schweiz erst einmal kennenlernen möchtest, ohne gleich all-in zu gehen.
Die Strecke führt durch den Eibenwald unterhalb von Gößweinstein und anschließend am Naturwaldreservat entlang. Dabei bleibst du größtenteils in der Nähe der Wiesent und bekommst genau das, was die Region ausmacht: Wald, Felsen und zwischendurch immer wieder den Blick auf die Burg Gößweinstein. Mit knapp sieben Kilometern und nur wenigen Höhenmetern gehört die Route zu den leichteren Touren unserer Auswahl.
Gerade wenn du neu ins Wandern einsteigst, nach einer Pause wieder loslegst oder einfach einen aktiven Regenerationstag suchst, ist das die passende Tour für dich.
2. Rabenecker Rundweg: Burg, Wiesenttal und knapp elf Kilometer
10,7 km | ca. 3:25 Stunden | 274 Höhenmeter
Etwas mehr Anstrengung wartet auf dem Rabenecker Rundweg bei Waischenfeld auf dich. Vom Ort geht es zunächst hinauf zur Burganlage von Waischenfeld und anschließend über Feld- und Waldwege Richtung Wiesenttal. Später führt die Runde an der Burg Rabeneck vorbei und über das Tal zurück nach Waischenfeld. Auf 10,7 Kilometern sammelst du dabei rund 274 Höhenmeter.
Das Schöne an der Tour ist weniger ein einzelnes spektakuläres Highlight als der ständige Wechsel. Mal läufst du bergauf, mal auf breiteren Wegen, dann wieder durchs Tal. Genau dieser Untergrundmix macht solche Touren auch als Training interessant.
Die Runde bietet sich an, um deine Ausrüstung zu testen. Funktionieren die Schuhe nach drei Stunden immer noch? Sitzt der Rucksack? Reibt irgendwo etwas? Zehn Kilometer sind ein deutlich angenehmerer Anlass, solche Dinge herauszufinden als Kilometer 43 am Eventtag.
3. Vier-Täler-Wanderung: wenig Distanz, überraschend viele Höhenmeter

12,8 km | ca. 4:30 Stunden | 474 Höhenmeter
Die Vier-Täler-Wanderung startet in Gößweinstein und führt durch das obere und untere Wiesenttal, das Ailsbachtal und das Püttlachtal. Unterwegs liegen unter anderem die Burg Gößweinstein, Felsformationen, Behringersmühle und Tüchersfeld mit seinen markanten Felsenhäusern. Vor allem die steileren Auf- und Abstiege sorgen dafür, dass sich die Strecke deutlich länger anfühlen kann, als die Kilometerzahl vermuten lässt.
Wenn du für einen Mammutmarsch trainierst, lohnt es sich deshalb, Strecken mit ein paar Höhenmetern regelmäßig einzubauen. Gerade bergab merkst du irgendwann Muskeln, von denen du auf deiner flachen Hausrunde wenig gehört hast. Außerdem ist die Tour eine gute Gelegenheit, deinen Rhythmus an Anstiegen zu üben. Du musst nicht jeden Berg hochrennen. Auf langen Distanzen ist es meistens klüger, früh ein Tempo zu finden, das du auch Stunden später noch halten kannst.
4. Tal- und Höhentour bei Pottenstein: Fränkische Schweiz in ziemlich kompakt
11,7 km | ca. 3:45 Stunden | 283 Höhenmeter
Die Tal- und Höhentour startet in Pottenstein und führt zunächst durch das Weihersbachtal am Schöngrundsee vorbei zur Teufelshöhle. Danach geht es weiter durch das Klumpertal und über die Hochebene wieder zurück Richtung Pottenstein. Unterwegs wechseln sich Felsen, Täler, Wald und offenere Passagen ab.
Wenn du deinen nächsten Mammutmarsch vorbereitest, kannst du die Tour außerdem verlängern oder mit zusätzlichen Kilometern kombinieren. Denn irgendwann kommt im Training der Punkt, an dem zwölf Kilometer nicht mehr die große Herausforderung sind.
5. Fünf-Seidla-Steig: 18 Kilometer mit sehr fränkischer Verpflegungsstrategie
18 km | ca. 5:40 Stunden | 437 Höhenmeter
Jetzt wird es fränkisch. Der Fünf-Seidla-Steig verbindet rund um Weißenohe, Gräfenberg, Hohenschwärz und Thuisbrunn fünf Privatbrauereien. Die komplette Rundtour ist ca. 18 Kilometer lang und bringt rund 437 Höhenmeter zusammen. Dazwischen liegen Wald- und Wiesenwege, Jura-Landschaft und verschiedene Einkehrmöglichkeiten.
Natürlich ist der Name Programm. Trotzdem würden wir aus Mammutmarsch-Sicht empfehlen, zwischen „Brauereiwanderung“ und „Trainingstour“ ein bisschen zu unterscheiden. Denn wenn du ernsthaft 18 Kilometer Training machen möchtest, müssen die fünf Seidla nicht zwingend Teil des Trainingsplans werden.
Die Strecke selbst ist dafür umso interessanter. Knapp sechs Stunden unterwegs zu sein, ist für viele bereits lang genug, um zu testen, wie der Körper auf längere Belastungen reagiert. Was isst du unterwegs? Wie viel trinkst du? Wann brauchst du eine Pause? Werden die Füße irgendwann warm oder entstehen Druckstellen?
Genau solche Erkenntnisse kannst du später beim Mammutmarsch gebrauchen. Und gegen eine vernünftige Einkehr nach der Tour haben wir selbstverständlich nichts einzuwenden.
Wenn 18 Kilometer noch nicht reichen: 100 Kilometer durch die Fränkische Schweiz

100 km | ca. 32 Stunden | 2.513 Höhenmeter
Vielleicht liest du gerade 18 Kilometer und denkst: Nett, aber was machen wir danach?
Dann haben wir noch etwas für dich.
Mit dem mehrtägigen KulturGenuss-Weg gibt es in der Fränkischen Schweiz eine Rundtour von gut 100 Kilometern, die klassisch auf sieben Tage verteilt wird. Die Route verbindet unter anderem Ebermannstadt, Muggendorf, Gößweinstein, Tüchersfeld und Pottenstein und führt an Burgen, Höhlen und zahlreichen Felsformationen vorbei.
Natürlich ist eine Mehrtagestour etwas anderes als 100 Kilometer am Stück. Für die Mammutmarsch-Vorbereitung kann sie trotzdem spannend sein, denn mehrere Tage hintereinander zu wandern, zeigt dir ziemlich deutlich, wie gut dein Körper regeneriert.
Welche Wanderwege in der Fränkischen Schweiz passen zu dir?
Wenn du entspannt einsteigen möchtest, geh entlang der Wiesent. Für eine klassische Halbtagestour ist der Rabenecker Rundweg eine gute Wahl. Willst du Höhenmeter, nimm die Vier-Täler-Wanderung. Rund um Pottenstein bekommst du besonders viel typische Fränkische Schweiz auf relativ kompakter Strecke und wenn du einen längeren Trainingstag daraus machen möchtest, sind die 18 Kilometer des Fünf-Seidla-Steigs ein guter nächster Schritt.
Für die Mammutmarsch-Vorbereitung gilt dabei sowieso: Die beste Trainingsstrecke ist nicht automatisch die längste. Viel wichtiger ist, dass du verschiedene Belastungen kennenlernst. Geh bergauf und bergab, teste unterschiedliche Untergründe, lauf mal vier oder fünf Stunden am Stück, probier deine Verpflegung aus und finde heraus, wie sich deine Schuhe anfühlen, wenn deine Füße nicht mehr ganz frisch sind.
Die Wanderwege in der Fränkischen Schweiz liefern dir dafür ziemlich gutes Trainingsgelände.
Und irgendwann kommt vielleicht der Moment, an dem du nach einer 18-Kilometer-Tour am Auto stehst und denkst: Eigentlich könnte ich jetzt noch weitergehen. Dann weißt du zumindest schon, was der nächste Schritt sein könnte.
Such dir deinen nächsten Mammutmarsch aus, wähle deine Distanz und mach aus deinen Trainingskilometern eine echte Herausforderung.
Willst du noch mehr Einblicke und Motivation für deine nächsten Touren? Dann schau hier: