Vom Party-Leben zu 3.000 Mammutmarsch-Kilometern

Wer Jore heute bei einem Mammutmarsch trifft, erlebt ihn als jemanden, der dazugehört. Er kennt die Abläufe, die Strecken, die schwierigen Momente und viele Menschen aus der Herde. Mehr als 3.000 Mammutmarsch-Kilometer hat er inzwischen gesammelt.

Jore beschreibt sich selbst rückblickend als jemanden ohne klares Ziel. Viel Party, zu viel Alkohol, wenig Antrieb und ein Kopf voller Chaos. Er hatte nicht das Gefühl, sein Leben bewusst zu steuern. Dass er wenige Jahre später 100, 160 oder sogar 200 Kilometer wandern würde, hätte er damals vermutlich selbst nicht geglaubt.

In seiner Geschichte spielt auch der Gewichtsverlust eine Rolle. Sichtbar verändert hat sich aber nicht nur sein Körper. Jore hat seinen Alltag, seine Prioritäten und sein Verhältnis zu sich selbst neu geordnet.

Und angefangen hat alles mit einem Spaziergang.

Der erste Schritt war kein Trainingsplan

Es gab keinen ausgearbeiteten Ernährungsplan und keine große sportliche Ankündigung. Jore ging mit einem Freund spazieren.

Aus diesem Spaziergang wurden weitere Runden. Die Strecken wurden länger, Bewegung bekam einen festen Platz im Alltag und irgendwann entstand der Wunsch, sich einer größeren Herausforderung zu stellen.

Das klingt rückblickend geradliniger, als es wahrscheinlich war. Wer Gewohnheiten verändert, erlebt nicht nur Fortschritte. Es gibt Tage ohne Motivation, Einheiten, die ausfallen und Strecken, die schwerer sind als erwartet.

Entscheidend war, dass Jore nicht nach den ersten Wochen wieder komplett aufhörte. Die regelmäßige Bewegung wirkte sich auf sein Gewicht und seine Ausdauer aus. Gleichzeitig merkte er, dass er sich Ziele setzen und an ihnen arbeiten konnte. Das war für ihn mindestens genauso wichtig wie die äußerliche Veränderung.

Der Gewichtsverlust war nur ein Teil der Geschichte

Wie viele Kilogramm Jore genau verloren hat, ist für seine Entwicklung nicht der wichtigste Punkt.

Eine Zahl auf der Waage sagt wenig darüber aus, wie jemand seinen Alltag verändert. Sie zeigt nicht, wie oft er sich für Bewegung statt Party entschieden hat, wie viele Trainingskilometer nötig waren oder wie viel Unsicherheit vor dem ersten langen Marsch dabei war.

Der Gewichtsverlust von Jore wurde sichtbar. Seine eigentliche Veränderung zeigte sich aber auch in anderen Bereichen: Er wurde verlässlicher, setzte sich konkrete Ziele und blieb über Jahre an einer Sache dran.

Das bedeutete nicht, dass er plötzlich immer diszipliniert war oder jede Strecke problemlos bewältigte. Auch bei ihm gab es Schmerzen, Zweifel und schlechte Tage. Der Unterschied war, dass diese Momente nicht mehr automatisch das Ende bedeuteten.

Vom ersten Mammutmarsch zu immer längeren Strecken

Beim ersten Mammutmarsch wusste Jore noch nicht, wie sein Körper auf die lange Belastung reagieren würde. Ein Event ist etwas anderes als eine kurze Runde im Alltag. Viele Stunden auf den Beinen, wechselndes Wetter, Müdigkeit und schmerzende Füße lassen sich nur begrenzt planen. Trotzdem blieb es nicht bei einem Versuch.

Nach dem ersten Marsch folgten weitere Veranstaltungen und größere Distanzen. 55 Kilometer, 100 Kilometer, 160 Kilometer und schließlich 200 Kilometer wurden Teil seiner Mammutmarsch-Geschichte.

Diese Entwicklung passierte nicht innerhalb weniger Wochen. Lange Distanzen brauchen Training, Erfahrung und eine realistische Einschätzung der eigenen Belastbarkeit. Jore arbeitete sich Schritt für Schritt vor.

Der Mammutmarsch gab ihm dafür einen klaren Rahmen: ein festes Datum, eine konkrete Strecke und Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen. Aus einem persönlichen Vorhaben wurde mit der Zeit auch ein sozialer Teil seines Lebens.

200 Kilometer mit Freunden

Einer der ungewöhnlichsten Momente seiner bisherigen Mammutmarsch-Zeit fand in Berlin statt. Jore machte gemeinsam mit Freunden den Mammutmarsch – vor dem Startschuss 100 Kilometer in entgegengesetzter Richtung, um dort rechtzeitig zum Start des offiziellen Mammutmarschs erneut 100 Kilometer zu wandern. So ist er auf insgesamt 200 Kilometer gekommen.

Das ist eine extreme Distanz und keine spontane Herausforderung für Einsteiger. Sie verlangt lange Vorbereitung, Erfahrung und die Bereitschaft, körperliche Warnsignale ernst zu nehmen. Für Jore war dieser Marsch ein Ergebnis der Jahre zuvor. 

Die Leistung ist beeindruckend. Noch wichtiger ist aber, dass sie nicht aus dem Nichts kam. Davor lagen viele normale Trainingsrunden, kürzere Märsche und Veranstaltungen, bei denen Jore Erfahrungen gesammelt hatte.

Der 3.000-Kilometer-Patch

Im Jahr 2025 erhielt Jore beim Mammutmarsch im Ruhrgebiet seinen Patch für 3.000 absolvierte Eventkilometer.

Drei Jahre nach seinem ersten Marsch hatte er damit eine Distanz erreicht, die nur wenige Teilnehmende sammeln. In diesen 3.000 Kilometern stecken nicht nur Zieleinläufe. Dazu gehören frühe Starts, Nachtstunden, Wetterwechsel, müde Beine und Veranstaltungen, bei denen es nicht durchgehend gut lief.

Inzwischen ist Jore seit vier Jahren Teil der Mammutmarsch-Herde. Er ist dabei nicht nur durch seine Kilometer bekannt geworden. Viele schätzen seinen Einsatz, seine offene Art und sein Interesse an anderen Menschen. Er ist jemand, der zuhört, unterstützt und auch bei langen Events Energie in eine Gruppe bringt. Das macht ihn für Mammutmarsch wichtiger als jede einzelne Distanz.

Neue Prioritäten

Jetzt beginnt für Jore und Christin ein neuer Lebensabschnitt: Sie werden Eltern. Damit verändert sich auch der Blick auf Training, Events und verfügbare Zeit. Nicht jeder freie Tag kann künftig für einen langen Marsch genutzt werden. Vielleicht werden Strecken kürzer oder Veranstaltungen seltener. Doch das schmälert die bisherigen Erfolge nicht.

Nach mehr als 3.000 Kilometern muss Jore niemandem beweisen, dass er lange Distanzen bewältigen kann. Sein nächstes großes Projekt hat keine ausgeschilderte Route und keine feste Ziellinie. Familie, gemeinsame Zeit und neue Verantwortung stehen nun stärker im Mittelpunkt.

Was Jores Geschichte besonders macht

Jores Weg ist keine klassische Vorher-nachher-Geschichte. Natürlich hat er Gewicht verloren. Er ist fitter geworden und hat Distanzen geschafft, die früher außerhalb seiner Vorstellung lagen. Trotzdem wäre es zu einfach, seine Entwicklung nur als Abnehmerfolg zu erzählen.

Wichtiger ist, dass er über mehrere Jahre Gewohnheiten verändert hat. Er begann mit Spaziergängen, suchte sich konkrete Herausforderungen und blieb Teil einer Gemeinschaft, die ihn motivierte und forderte.

Nicht jeder muss 200 Kilometer wandern. Nicht jeder möchte einen 3.000-Kilometer-Patch erreichen. Jores Geschichte zeigt deshalb auch nicht, welches Ziel andere Menschen haben sollten. Sie zeigt, was bei ihm funktioniert hat: regelmäßige Bewegung, klare Termine, eine Gruppe und Ziele, die mit der eigenen Erfahrung gewachsen sind.

Aus dem Party-Jungen ohne Richtung wurde kein perfekter Mensch. Aber einer, der heute Verantwortung übernimmt, für andere da ist und sehr genau weiß, wie viel Arbeit hinter einem langen Weg steckt.

Lieber Jore, danke für deinen Einsatz, deine Offenheit und die vielen gemeinsamen Kilometer.

Wir freuen uns auf alles, was noch kommt – beim Mammutmarsch und darüber hinaus.

Du möchtest selbst erleben, was auf einer langen Strecke möglich ist? Dann wähle eine Distanz, die zu deinem aktuellen Trainingsstand passt, bereite dich darauf vor und teste deine Grenzen ohne falschen Ehrgeiz.

 

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